Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
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Seniorpartner in School

Sie sind Lehrer und wollen wissen, was die Seniorpartner machen:

Bei allen Personenbezeichnungen sind immer beide Geschlechter gemeint.

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Welche fachliche Qualifikation haben die Seniorpartner?

Die Seniorpartner erhalten eine Ausbildung in Schulmediation (80 Stunden), Bildungsbegleitung (zielführende Einzelgespräche, 16 Stunden) und fakultativ Anti-Mobbing-Techniken (8 Stunden) durch berufsmäßige, vom Verband ausgewählte Trainer. Sie erlernen verschiedene Kommunikations- und Interventionstechniken anzuwenden. Eine sehr wichtige Basis ist die „achtsame Kommunikation“ (auch als gewaltfreie Kommunikation bekannt). In der 1,5-jährigen Praxisphase (als Teil der Ausbildung) werden die Seniorpartner mit 20 Stunden Supervision/Kollegiale Fallberatung begleitet. Regelmäßige Fortbildungen zu schul- und jugendrelevanten Themen werden außerdem durch den Verband organisiert.

Wie können Seniorpartner mir helfen?

Die Arbeit der Seniorpartner ist ein ergänzendes Angebot im Unterstützungsnetzwerk der Schule. Die Seniorpartner haben die Zeit, die Lehrern oftmals im Schulalltag fehlt.

Die Seniorpartner helfen bei akuten oder schwelenden Konflikten zwischen Schülern. Sie unterstützen sie dabei, eigene Lösungen zu finden und zu erproben. Gelöste Konflikte öffnen und erleichtern die Schüler, sie können sich wieder auf das Lernen konzentrieren. Das entlastet Lehrkräfte und reduziert die Konflikthäufigkeit im Unterricht. Das soziale Klima wird verbessert und die kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Schüler (Worte finden für Situationen und Gefühle, Empathie und die Bereitschaft, sich in sich und in andere einzufühlen) werden gefördert.

Schüler mit besonders herausfordernden sozialen Beziehungen in oder außerhalb der Schule können auch allein zu den Seniorpartnern kommen. Sie helfen dem Schüler, seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und einen neuen Weg im Umgang mit den Beziehungsproblemen zu finden.

Einige Schüler sind entmutigt und sehen nur ihre eigenen Defizite. In Einzelgesprächen erkunden die Seniorpartner mit diesen Schülern ihre Fähigkeiten und Stärken und helfen ihnen, lohnende Ziele zu finden. Sie planen und vereinbaren mit ihnen kleine machbare und überschaubare Vorhaben, die in Nachfolgegesprächen reflektiert und begleitet werden.

Dieser Prozess wird bei den Seniorpartnern Bildungsbegleitung genannt.

Müssen die Eltern einem Gesprächswunsch der Schüler zustimmen?

Das Angebot von SiS ist mit der Schule in einer Vereinbarung geregelt und wird durch die Schule den Eltern zur Kenntnis gegeben. Sollten Eltern das Beratungsangebot der Seniorpartner für ihr Kind nicht wünschen, dann teilen die Eltern das der Schule mit.

Kann ich schwierige Schüler zu den Seniorpartnern schicken?

Eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen der Gespräche der Seniorpartner ist die Freiwilligkeit der Schüler. Eine Empfehlung durch Lehrkräfte kann in einigen Fällen sehr sinnvoll sein. Sprechen sie darüber mit den Seniorpartnern ihrer Schule, wie die Freiwilligkeit gewahrt werden kann.

Wie lange dauert ein Gespräch der Schüler mit den Seniorpartnern?

In den Gesprächen werden die Schüler über das Erkennen ihrer Gefühle und Bedürfnisse zu eigenen Lösungen geführt. Erfahrungsgemäß dauert das ca. 20 bis 45 Minuten, manchmal sind auch mehrere Gespräche notwendig.

Warum finden die Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern während der Unterrichtszeit statt?

Die Pausen sind in der Regel für die Gespräche zu kurz. Da die Schüler vorher ihren Lehrer bzw. Erzieher über ihren Gesprächswunsch bei den Seniorpartnern informieren müssen, können Sie entscheiden, dass z.B. wegen wichtiger Unterrichtsinhalte der Gesprächstermin verschoben werden sollte.

Bedenken Sie dabei, dass ein Schüler durch die ihn belastenden Konflikte dem Unterricht meist ohnehin nicht mehr folgen kann.

Wer kontrolliert, ob die Schülerinnen und Schüler tatsächlich (im angegebenen Zeitraum) bei den Seniorpartnern waren?

In Absprache mit der Schule bestätigen die Seniorpartner die Dauer der Anwesenheit der Schüler auf einem Laufzettel, den die Schüler dem Lehrer oder Erzieher nach dem Gespräch vorlegen.

Stehen die Seniorpartner auch außerhalb des vereinbarten Zeitraumes zur Verfügung?

Das Beratungsangebot bezieht sich auf den mit der Schule vertraglich geregelten Zeitrahmen. Bei dringendem  Bedarf sprechen Sie bitte mit den Seniorpartnern.

Übernehmen Seniorpartner auch Aufsichtsfunktionen (z.B. Pausenaufsicht, Hausaufgabenbetreuung)?

Pausenaufsicht oder Hausaufgabenbetreuung sind nicht im Beratungsangebot enthalten. Die Seniorpartner nutzen aber oft die Pausen oder andere Gelegenheiten zur zwanglosen Kommunikation und Kontaktaufnahme mit den Schülern.

Bekomme ich einen Bericht über die Gespräche mit den Kindern?

Für den Erfolg der Gespräche bei den Seniorpartnern ist ein gutes Vertrauensverhältnis unverzichtbar. Deshalb sichern die Seniorpartner den Schülern Vertraulichkeit zu. Die Inhalte der Gespräche unterliegen der Diskretion und werden nur mit Zustimmung aller Beteiligten an dritte Personen weitergegeben.

Ob bei dem Gespräch Lösungen gefunden wurden oder ob noch weitere Gespräche erforderlich sind, darüber können Sie mit den Seniorpartnern oder den Schülern sprechen.

Übernehmen die Seniorpartner auch therapeutische Arbeit?

Dafür sind die Seniorpartner nicht ausgebildet. Wenn sie in den Gesprächen erkennen, dass der Schüler professionelle Unterstützungsangebote benötigt, werden sie das mit dem Schüler besprechen und ihm, wenn er den Wunsch hat, Wege dazu aufzeigen.

Wie läuft so ein Mediationsgespräch ab ? - Hier ist ein Video

 Ein Raum für gute Lösungen -  Wie läuft so ein Mediationsgespräch bei den Seniorpartnern ab - ein Lehrfilm der SiS-Trainerin Barbara Knuth

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